Psychotherapie ist eine wissenschaftlich fundierte Behandlungsmethode, die seelische Leidenszustände mildern oder beseitigen, Verhaltensweisen und Einstellungen ändern und in Lebenskrisen unterstützen kann. Psychotherapie ist auch geeignet für Menschen, die ihr inneres Erleben und ihre Gefühle erforschen, sich besser verstehen und zu mehr Selbstbestimmtheit und Autonomie finden möchten.Â
​Psychotherapie ist ein Prozess der Veränderung. Aufgabe des*der Therapeut*in ist es, Sie in und durch diesen Prozess gut zu begleiten und zu leiten. Das bedeutet, dass Psychotherapie Zeit braucht und oft keine schnelle Lösung für ein Problem bietet, was etwas befremdlich wirken kann. Manchmal kann es auch schmerzhaft sein, alte Gewohnheiten loszulassen. Die Psychotherapie bietet Ihnen einen sicheren Rahmen, der Sie mit Ihren Gefühlen und Ihrem Erleben hält und trägt.
Wichtige Voraussetzung für eine Psychotherapie sind der Wunsch, etwas zu verändern, die grundsätzliche Bereitschaft, sich mit den eigenen Gefühlen und Erleben zu beschäftigen und sich dabei unterstützen zu lassen. ​
Mit folgende Beispiel-Sätzen können Sie überprüfen, ob Psychotherapie in Ihrer Situation einen möglichen Weg darstellt (eine oder mehrere Aussagen treffen zu):
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Ohne ersichtlichen Grund bekomme ich rasendes Herzklopfen und Angst, zB, dass ich sterben muss.
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Ich habe Ängste, die mich belasten oder einschränken: z. B. vor dem Kontakt mit meinen Mitmenschen, vor Autoritäten, vor großen Plätzen, engen Räumen, vor Prüfungen.
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Es plagen mich oft Gedanken, über die ich mit niemandem zu sprechen wage (Scham- oder Schuldgefühle, Hassgefühle, Unzulänglichkeitsgefühle, das Gefühl, verfolgt oder fremdbestimmt zu werden, …).
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Ich fühle mich antriebs- und lustlos, erschöpft oder ständig überfordert.
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Ich bin oft niedergeschlagen und habe keine Freude am Leben.
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Ich bin traurig und fühle mich einsam.
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Ich denke manchmal daran, mir das Leben zu nehmen.
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Ich befinde mich in einer belastenden Umbruchsituation, die schwer zu bewältigen ist (z. B. Krankheit, Tod, Arbeitslosigkeit, Scheidung, Trennung, Unfall, …).
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Ich lebe in einer Beziehung, die mich sehr belastet.
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Ich habe wiederkehrend große Probleme im Kontakt mit anderen Menschen (z. B. im privaten Umfeld, am Arbeitsplatz, in der Familie).
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Seit längerer Zeit halte ich mich nur noch mit Aufputsch-, Beruhigungs- oder Schlafmitteln (Psychopharmaka) aufrecht.
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Ich bin süchtig – nach Alkohol, Drogen, Essen, Hunger, Liebe, Spielen.
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Ich fühle mich innerlich gezwungen, ständig dasselbe zu denken oder zu tun (z. B. zwanghaftes Waschen, Zusperren, Grübeln, ...), obwohl dies mein Leben sehr einengt.
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Ich komme mit meiner Sexualität nicht zurecht.
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Ich habe Angst vor Entscheidungen, und das quält mich.
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Ich sollte meine Fähigkeiten besser ausschöpfen und weiß nicht wie.
(Quelle: Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie)